Positiver Start ins Jahr 2019

Positiver Start ins Jahr 2019

 

Es war nicht viel Zeit, um den angefressenen Winterspeck abzutrainieren, bis die 2. Herrenmannschaft in der Bezirksklasse Ost ranmusste. Endlich – konnte man sagen. Obwohl es auf dem Papier bereits der 4. Spieltag in der laufenden Saison war, war es für unsere Mannen in Wirklichkeit erst der Dritte, da ja der eigentliche letzte Spieltag im Jahr 2018 aufgrund der hohen Verletzungsmisere in den eigenen Reihen ausfallen musste.

Gut gestärkt und mit ausreichend Personal an Bord ging es ins verschneite Glashütte, wo uns der Bezirksliga-Absteiger SSV 1990 Glashütte-Schlottwitz empfing.

 

Ungewöhnlicherweise mussten wir jedoch als erstes gegen die andere Gastmannschaft, den TSV Graupa antreten. Man wusste, dass man es hier mit einem direkten Tabellennachbarn aus der Vorsaison zu tun bekam und das Rückspiel sogar klar mit 0:3 abgab, demzufolge war Konzentration von Anfang an gefordert.

Ja, Konzentration von Anfang an, damit haben die Männer bei jedem Spieltag zu kämpfen. Erwartungsgemäß, bedauerlicherweise, wurde der Anfang wieder einmal verschlafen. Leicht vergebene Bälle, wenig Köpereinsatz und eine wackelige, ja vielleicht sogar nervöse Annahme sorgten für einen frühen 3:8-Rückstand. Glücklicherweise kam rechtzeitig bei allen die Erkenntnis, dass hier mehr Leidenschaft erforderlich ist. Und so nahm man sich der Sache an, bekam Sicherheit in die eigene Annahme, konnte mit ersten druckvollen Angriffen und vor allem Simon’schen Aufschlägen punkten und somit war der Gegner bereits beim Stand von 7:8 aus Coschützer Sicht zu einer Auszeit gezwungen. Diese Auszeit brachte die jungen Grün-weißen jedoch nicht aus der Ruhe und es wurde weiter munter aufgespielt – und so münzte man den Rückstand in eine 11:9 Führung um. Mit Rückenwind ging es weiter, mit nun noch mehr Glauben an die eigenen Stärken erarbeiteten die Männer sich eine 16:10-Führung. Graupa hatte dem variablen Spiel anfangs nicht viel entgegenzusetzen und somit konnte man diesen deutlichen Vorsprung fast mit ins Ziel nehmen (25:20)

Im zweiten Satz konnte man nahtlos da anknüpfen, wo man vorher aufhörte. Trotz einiger Rotationen in der Starting Six gingen wir früh mit 7:1 in Führung. Nach einer erneut frühen Auszeit der Mannschaft um Trainer Alexander Klee kippte das Spiel jedoch ein wenig. Teilweise wurde fahrig mit den eigenen Chancen umgegangen, Leichtsinnigkeit machte sich breit. Graupa schaffte in dieser Phase den zwischenzeitlichen Ausgleich von 10:10. Glücklicherweise konnten die Graupauer dieses Rankämpfen nicht zu ihren Gunsten nutzen, im Gegenteil – wahrscheinlich dachte man, es läuft nun von allein: Die Annahme wackelte und der ein oder andere Angriff ging ins Aus. Die TSV’ler schafften es nicht, in dieser Phase eine Führung zu verbuchen und somit setzten die Coschützer sich wieder ab. Obwohl aus einer 19:14-Führung auch nochmal ein knapperes 19:17 wurde, konnte man den zweiten Satz auch mit 25:20 für sich gewinnen.

Der dritte Satz zeigte, dass unser Spiel jedoch trotzdem immer wieder von kleinen Unsicherheitsphasen geprägt war, die sich jedoch nie wirklich sehr ausprägten und man im richtigen Moment noch die Kurve bekam. Aus einer 5:1-Führung wurde ein knapperes 9:8 sowie nach einer späteren 17:11-Führung folgte noch ein 22:20 aus Dresdner Sicht. Jedoch wurde auch in diesem Satz die Führung zu keinem Zeitpunkt aus der Hand gegeben und somit holte man sich auch den dritten Satz. Der erste Auswärtssieg stand auf dem Konto!

 

Mit den Erkenntnissen und vor allem dem Mut aus dem ersten Spiel standen wir nun im zweiten Spiel des Tages dem Bezirksliga-Absteiger und Gastgeber Glashütte gegenüber.

Hier konnte man den Schwung aus dem ersten Spiel mitnehmen. Das schnellere Spiel der Gastgeber konnte man gut mitgehen und auch dagegenhalten. Hier nochmal zu erwähnen ist Jussi, der unsere verletzte Mannschaftsmuddi (Sorry Wulle 😉) wieder einmal prächtig vertrat. Durch einige gute Abwehraktion konnte er besonders das Leben unserer Zuspieler erleichtern, die damit auch ein variables Passspiel aufsetzen konnten, woran die Schlottwitzer oftmals zu knabbern hatten. In jenem ersten Satz gelang es uns überraschenderweise, nach einem anfänglichen 2:3-Rückstand kein einziges mal die Führung aus der Hand zu geben (6:3, 10:7, 18:15, 25:21) und somit ging auch hier der erste Satz an uns.

Folgend konnten die jungen Männer ihre gute Tagesleistung leider nicht bestätigen. Im zweiten Satz sorgte vor allem ein unsicherer Captain (Sorry nochmal, Männer ☹) für eine frühe Entscheidung. Schnell sah man sich mit 2:8 im Hintertreffen, wovon man sich nicht mehr wirklich erholen konnte. Zwischenzeitlich konnte man sich zwar noch einmal auf immerhin 15:17 herankämpfen, jedoch spielte in diesem Satz die Glashütter Mannschaft ihre Klasse aus und brachten diesen am Ende mit 22:25 aus Dresdner Sicht über die Bühne.

Der dritte Satz begann zunächst wieder wie der erste Satz endete. Das eigene Spiel stabilisierte sich und man konnte stets bis Mitte des Satzes einige Führungen verbuchen (5:2, 10:8, 15:10). Doch ausgerechnet in diesem wichtigen Satz schlich sich die größte Unsicherheitsphase des Spieltages ein. Neben dem typischen „auf-Fehler-des-Gegners-warten“ konnte man ab dem Spielstand von 17:13 den gegnerischen Block und die gegnerische Abwehr nicht mehr knacken. Und so kassierten wir 7 Punkte in Folge und müssten nun erneut einem Rückstand von 17:20 hinterherlaufen. Trainer Veikko Hecht sah sich zu einer Auszeit gezwungen, die leider nicht mehr den nötigen Effekt erzeugte. Der Satz ging erneut mit 22:25 verloren und nun war das Ziel klar: Tiebreak erzwingen!

Es wurde noch einmal kräftig rotiert, um den Gegner zum Nachdenken zu bringen. Und es stellte sich heraus – unser Trainer bewies ein goldenes Händchen. Kurioserweise spielte Glashütte stets im 4. Satz unter ihren Möglichkeiten, was die Coschützer für sich zu nutzen wussten. Neben einiger Wechsel auf den Angriffspositionen kam auch unser zweiter Zuspieler Fabi wieder ins Spiel. Dieser zeigte beachtenswert, dass er sich nicht von der Tatsache unterkriegen ließ, lange Zeit kein Pflichtspiel für die 2. Herrenmannschaft bestritten zu haben. Im Gegenteil – er spielte frei auf und konnte ein für’s andere mal unsere Angreifer gekonnt in Szene setzen. Neben einer starken Zuspieler-Leistung ist vor allem hier auch eine starke Blockarbeit hervorzuheben, an der der Bezirksliga-Absteiger kaum Wege fand, sie zu unterbinden. All dies führte zu einem zu keiner Zeit gefährdeten 25:18-Satzgewinn.

Im Tiebreak zeigten zunächst beide Mannschaften, dass sie den Sieg wollten. Es ging hin und her, Punkt für Punkt. Niemand konnte sich Absetzen, immer wieder Gleichstand. Mit einer 8:7 Führung ging es in den Seitenwechsel und was danach geschah, „war von der Bank aus einfach nur geil anzusehen.“, brachte es unser Captain Jojo auf den Punkt. Diesen Sieg haben wir uns Dank einer großartigen Mannschaftsleistung verdient. Und das auch noch gegen den Absteiger aus der höheren Klasse. Nachdem der letzte Schiri-Pfiff des Spiels ertönte und das 15:11 für den VSV auf der Anzeigetafel zu sehen war, tönte es lautstark durch die Prießnitztalhalle „AUSWÄRTSSIEG! AUSWÄRTSSIEG! AUSWÄRTSSIEG!“

Abschließend noch die Meinung von Kapitän Jojo zum Spieltag: „Wichtig ist, auch wenn nicht alle hervorgerufen wurden, dass durch die vielen Rotationen JEDER aus der Mannschaft seinen positiven Beitrag zu diesen 5 herausragenden Punkten geleistet hat. Die Mannschaft hat wieder einmal gezeigt, wie gut sie Niederlagen wegstecken kann und jeder nach vorn blickt.“

 

Die Spiele im Einzelnen:

TSV Graupa 0:3 VSV Grün-Weiß Dresden Coschütz II (20:25, 20:25, 22:25)

SVV 1990 Glashütte-Schlottwitz 2:3 VSV Grün-Weiß Dresden Coschütz II

(21:25, 25:22, 25:22, 18:25, 11:15)

Text: Johannes Fröbel

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